Vertretung vor Gericht

Das Honorar für die Vertretung vor Gericht kann nach dem RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) berechnet oder auch ausgehandelt werden. Zu beachten ist, dass im Falle einer Vereinbarung, das Honorar nicht geringer als die gesetzlich vorgesehene Vergütung sein kann.

Die gesetzlichen Anwaltsgebühren des RVG und den dazugehörigen Nummern des Vergütungsverzeichnisses sind ähnlich komplex wie die Gebührenordnungen der Ärzte oder Architekten.

Die Höhe der gesetzlichen Vergütung steht im Zusammenhang mit dem tatsächlichem Auftrag und kann sich im Laufe der Zeit auch verändern. So kann der Gegner Widerklage erheben oder Forderungen werden erhöht, Berufung eingelegt  oder das Gericht setzt Sachverständige etc.

Zivilverfahren

Für das Zivilverfahren (Auseinandersetzung zwischen Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen bei der es um privatrechtliche Ansprüche geht) errechnen sich die gesetzlichen Gebühren aus der “Gebühr” multipliziert mit dem “Gebührensatz”.

Gebühr: Einfache Gebühr ist ein fester Wert in Euro. Sie richtet sich nach dem Gegenstandswert des Verfahrens, sprich dem wirtschaftlichen Gegenwert der Sache, um die gestritten wird. Je größer dieser Wert, desto höher die Gebühr.

Gebührensatz: Der Satz ist der Faktor, mit dem die einfache Gebühr multipliziert wird. Dieser wird durch die Art der Tätigkeit des Anwalts bestimmt. Für jede Aufgabe (beispielsweise Termin- oder Verfahrensvorbereitung) ist im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ein bestimmter Gebührensatz festgelegt.

Bestimmung der Gebühr: Zunächst müssen Sie wissen, wie hoch der Gegenstandswert in Ihrem Fall ist. Wenn Sie beispielsweise über eine Handwerkerrechnung streiten, entspricht der Gegenstandswert dieser Summe. In Fällen in denen es nicht um Geld geht, bestehen Regelungen oder Richtwerte zur Höhe. Sodann kann die einfache Gebühr aus der Gebührentabelle abgelesen werden. Im Gerichtsverfahren legt das Gericht abschließend den endgültigen Gegenstandswert fest.

Bestimmung des Gebührensatzes: Im durchschnittlichen Zivilverfahren setzt sich der Satz aus einer so genannten Verfahrensgebühr von 1,3 und einer Terminsgebühr von 1,2 zusammen. Die Verfahrensgebühr wird für die inhaltliche Vorbereitung des Verfahrens und die Ausarbeitung der Klageschrift oder Klageerwiderung erhoben. Die Terminsgebühr für die Vertretung in der Gerichtsverhandlung oder bei anderen Terminen. Weitere Gebühren können hinzu kommen, wenn z.B. eine Einigung erzielt wird.

Sofern der Anwalt schon vor dem Gerichtsverfahren außergerichtlich in derselben Sache beraten oder vertreten hat, werden diese Kosten teilweise angerechnet.

Andere Gerichtsverfahren

Für andere Arten von Gerichtsverfahren (beispielsweise Straf- oder Sozialgericht) gibt es keinen Gegenstandswert, nach welchem die Gebühr berechnet wird. Hier sind vom Gesetzgeber für einzelne  Tätigkeiten feste Gebührenbeträge oder Mindest- und Höchstgrenzen in Euro genannt.

Siehe auch die weiteren Beiträge

Unterstützung – Beratungs- & Prozesskostenhilfe
Rechtsschutzverischerung